WEnn dein Körper ehrlich ist als dein kopf
- Franziska Gillmann
- vor 3 Tagen
- 4 Min. Lesezeit
Du erklärst dir das. Zu wenig Schlaf. Zu viele Termine. Eine Phase eben.

Wahrnehmen Körper – warum Klarheit im Spüren beginnt
Vielleicht kennst du diesen Moment, in dem du morgens am Tisch sitzt, der Tag überschaubar wirkt und sich trotzdem eine innere Schwere zeigt, für die es auf den ersten Blick keinen klaren Grund gibt. Du funktionierst, erledigst deine Aufgaben und nimmst gleichzeitig wahr, dass etwas in dir innerlich einen Schritt zurücktritt.
Gedanklich erklärst du dir diesen Zustand mit äusseren Umständen wie Terminen, Verpflichtungen oder fehlender Erholung. Während dein Kopf nach Erklärungen sucht, meldet sich dein Körper weiter über Spannung im Nacken, einen flachen Atem oder eine diffuse Erschöpfung, die sich nicht logisch einordnen lässt.
An diesem Punkt beginnt das bewusste Wahrnehmen des Körpers. Es zeigt sich nicht als plötzliche Erkenntnis, sondern als inneres Wissen, das sich immer weniger ignorieren lässt.
1. Wahrnehmen Körper zeigt sich dort, wo du dich innerlich zusammenreisst
Du bemerkst es in Gesprächen, die sachlich verlaufen und dennoch eine innere Enge auslösen. Du bist aufmerksam, reagierst passend und spürst gleichzeitig, wie sich dein Brustraum zusammenzieht und dein Körper Spannung aufbaut.
Vielleicht kennst du auch Treffen, nach denen du dich innerlich leer fühlst, obwohl nach aussen alles harmonisch wirkte. Dein Verstand erklärt dir diese Reaktion als Überempfindlichkeit oder Überforderung. Wenn du beginnst, deinen Körper wahrzunehmen, erkennst du, dass diese Reaktionen immer dann auftreten, wenn du dich innerlich anpasst, obwohl dein eigenes Empfinden etwas anderes signalisiert.
Der Körper reagiert in diesen Momenten präzise auf innere Abweichungen und macht sichtbar, wo du dich selbst zurücknimmst, um Erwartungen zu erfüllen.
2. Wie das Übergehen des Körpers zur Gewohnheit wurde
Du hast früh gelernt, zuverlässig zu sein und Verantwortung zu tragen, auch dann, wenn es innerlich bereits anstrengend wurde. Du bist morgens aufgestanden, obwohl dein Körper schwer war, bist losgefahren und hast den Tag durchgezogen, obwohl du im Auto gemerkt hast, dass du am liebsten sitzen bleiben würdest. Deine eigenen Bedürfnisse sind dabei in den Hintergrund gerückt, weil es wichtiger erschien, zu funktionieren und Erwartungen zu erfüllen.
Mit der Zeit ist daraus ein Automatismus geworden. Abende auf dem Sofa, an denen selbst eine kurze Nachricht zu viel war, hast du dir mit Müdigkeit erklärt, obwohl dein Körper längst auf Rückzug gegangen ist. In Gesprächen hast du zugehört und genickt, während du innerlich wahrgenommen hast, wie sich dein Nacken verhärtet und dein Atem flacher wird, und trotzdem hast du weitergemacht.
Wenn du beginnst, deinen Körper wieder bewusst wahrzunehmen, erkennst du, wie viele dieser Signale über Jahre kaum Beachtung gefunden haben. Du erinnerst dich an Treffen, nach denen du erschöpft nach Hause gekommen bist, obwohl alles äusserlich ruhig und freundlich wirkte. Dein Körper hat all diese Erfahrungen gespeichert und zeigt sie dir, sobald du bereit bist hinzuschauen.
3. Symptome als präzise Rückmeldung deines Körpers
Vielleicht gibt es bei dir körperliche Reaktionen, die immer wieder in ähnlichen Situationen auftreten. Kopfschmerzen vor bestimmten Gesprächen, Unruhe vor bestimmten Terminen oder ein Druckgefühl, sobald du an konkrete Verpflichtungen denkst.
Gedanklich hast du versucht, diese Symptome einzuordnen und zu erklären. Durch das bewusste Wahrnehmen des Körpers entsteht ein anderer Blick. Du erkennst Zusammenhänge zwischen deinem inneren Erleben und deinem Alltag, die zuvor übergangen wurden.
Der Körper reagiert nicht zufällig. Er zeigt dort Spannung, wo innere Grenzen über längere Zeit überschritten wurden, und macht sichtbar, wo dein gelebtes Leben nicht mehr mit deinem inneren Erleben übereinstimmt.
4. Wahrnehmen Körper verändert Entscheidungen im Alltag
In vielen alltäglichen Situationen zeigt sich der Wert des bewussten Wahrnehmens des Körpers. Du wirst gefragt, ob du eine zusätzliche Aufgabe übernehmen kannst, und während dein Kopf bereits eine Zusage formt, meldet sich im Körper ein deutliches Gefühl von Enge.
Wenn du diesem Signal Raum gibst und deinen Körper wahrnimmst, entsteht Klarheit, die nicht laut oder dramatisch ist, sondern ruhig und eindeutig. Entscheidungen entwickeln sich aus einem inneren Wissen heraus, das keiner langen Rechtfertigung bedarf. Mit der Zeit entsteht daraus eine Form von Selbstführung, die sich stabil anfühlt, weil sie im eigenen Erleben verankert ist.
Vertiefende Impulse für das bewusste Wahrnehmen des Körpers
Richte deine Aufmerksamkeit im Alltag bewusst auf körperliche Reaktionen, insbesondere in Situationen, in denen du dich innerlich anpasst oder zusammenreisst. Diese Reaktionen zeigen sich oft leiser, als erwartet, sind jedoch sehr präzise.
Beobachte wiederkehrende Muster, in denen Spannung, Müdigkeit oder Rückzug auftreten, und bringe diese Wahrnehmungen in Zusammenhang mit deinen Entscheidungen und Verpflichtungen.
Erlaube dir, körperliche Signale wahrzunehmen, ohne sofort handeln zu müssen. Das bewusste Wahrnehmen des Körpers vertieft sich, wenn Aufmerksamkeit wichtiger wird als schnelle Lösungen.
Achte auch auf Momente, in denen dein Körper Ruhe, Weite oder Stabilität signalisiert. Diese Empfindungen geben ebenso klare Hinweise darauf, was dir entspricht.
Fazit:
Das bewusste Wahrnehmen des Körpers führt dich zurück zu einer inneren Klarheit, die über lange Zeit übergangen wurde. Dein Körper zeigt zuverlässig, wo dein Leben innerlich nicht mehr stimmig ist und wo Anpassung zur Gewohnheit geworden ist.
Wenn du beginnst, deinen Körper wahrzunehmen, verändert sich deine Beziehung zu dir selbst. Entscheidungen entstehen klarer, Grenzen werden natürlicher und dein inneres Erleben findet wieder Raum. Diese Klarheit wächst leise und bleibt, weil sie aus deinem Inneren kommt und nicht von äusseren Umständen abhängig ist.
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Schön, dass es DICH gibt! Herzensgrüsse Franziska




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